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 Geschichte
 Augenweide und Gaumenfreude!

Geflügel – vom Luxusgericht zum Leckerbissen für die „Schnelle Küche”

Das Federvieh zählt zu den ältesten Nutztieren der Menschen. Schon 4000 bis 5000 vor Christus wurde in Asien Hausgeflügel gehalten. Auch im alten Ägypten gab es Geflügelzucht. Aber so vielfältig wie heute war das Angebot noch nie. Geflügel zieht sich quasi als federführender Faden durch die kulinarische Geschichte der Völker.

„Das Hühnlein bezaubert und entzückt,

Geflügel – Symbol für Wohlstand

Huhn und Co. waren früher Inbegriff von Luxus und gutem Leben. Eine Weisheit aus vergangenen Tagen bringt es auf den Punkt: „Auf den bäuerlichen Tisch kam ein Huhn nur dann, wenn die Henne oder der Bauer krank waren.“ Für die Wohlhabenden aber war Geflügel ein echter Gaumenschmaus zu vielen festlichen Höhepunkten. Als beispielsweise Friedrich I. im Jahr 1184 in Mainz Hoftag hielt, benötigte man ganze zwei Häuser, um das Geflügel unterzubringen.

Das Backhendl – nicht wegzudenken aus der Wiener Küche

Noch im beginnenden 19. Jahrhundert, im glückseligen Biedermeier, war das „Wiener Backhendl“ das kulinarische Wohlstandssymbol der gehobenen Bürgerschicht und der aristokratischen Lebemänner. Erst mit Ende der Revolution und mit der Befreiung der Bauern aus der Leibeigenschaft fand das Backhendl seinen Weg in die Küche aller Wienerinnen und Wiener.

 

© Kunsthistorisches Museum mit

Der Truthahn – ein Klassiker

Aufmerksam auf den Truthahn wurden angeblich Jesuiten. Sie sollen ihn um das Jahr 1550 von Amerika nach Europa gebracht haben. Damals lebte er im Norden Amerikas und war eine beliebte Jagdbeute. Im Süden Amerikas hingegen wurde er bereits von den indianischen Maisbauern gezüchtet.

Der Truthahn bekam im Laufe der Jahre so viele Namen wie kaum ein anderes Tier: Pute, Calcutischer oder Welscher Hahn, Turkey, Indian – um nur einige zu nennen. Die Wiener nannten ihn Pockerl oder auch Schustervogel, weil ihn die Schustermeister ihren Gesellen zum Lichtbratensonntag auftischten. Dieses Festessen – oft mit Trüffeln gefüllt – erinnerte an jenen Spätherbsttag, an dem zum ersten Mal bei künstlichem Licht zu arbeiten war.

Die Gans – eine Gaumenfreude

Dass Geflügel immer wieder für kulinarische Höhepunkte sorgte, beweist auch die Gans. Als am Heiligen Abend 1588 Königin Elizabeth I. die Nachricht vom Sieg über die spanische Armada kundgetan wurde, wurde zur Feier des Tages eine mit Äpfeln gefüllte Weihnachtsgans serviert.

Bei uns sorgt alljährlich die „Martinigans“ am 11. November (der Tag des heiligen Martin) und zu den Festtagen der Weihnachtszeit für einen kulinarischen Höhepunkt.

 

Ganslessen – eine Tradition mit Geschichte

Für die Tradition des Ganslessens gibt es seitenweise Interpretationen: Sie reichen vom Satz „Die Gänse haben St. Martin verraten, drum müssen sie jetzt im Ofen braten“ bis hin zur Legende, dass Martin bei einer seiner berühmten Predigten durch das Geschnatter von in die Kirche watschelnden Gänsen unterbrochen wurde. Eine wahrscheinlichere Deutung liegt darin, dass am Martinstag stets das neue Wirtschaftsjahr der Bauern begonnen hat, Löhne waren auszuzahlen, Pachtverträge galt es abzuschließen, Mägde und Knechte durften ihre Dienstherren wechseln. Zu Martini wurde dann jenes Vieh geschlachtet, das aus Kostengründen nicht den ganzen Winter gefüttert werden konnte, so auch die Gänse. Sicher ist, dass die Gans damals auf dem Gehaltszettel für Lehrer und Pastoren stand.

 

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